Die EU – wie funktioniert das eigentlich?

Wer ist das eigentlich: „Die EU“ – und was tut sie wirklich? Erschwert sie uns wirklich das Leben? Seien wir uns mal ehrlich…

…die EU ist doch an allem schuld, oder?

Ja schon – wenn wir damit beispielsweise den jahrzehntelangen Frieden und die Reisefreiheit, die Vielfalt im Supermarkt oder die gemeinsame Währung in Europa meinen.

Schauen wir einmal genauer hin. Das Glas ist halb voll oder halb leer. Je nach Einstellung des Betrachters. Also her mit den Fakten zur EU: Wer ist das eigentlich und wie funktioniert sie wirklich?

Wir sind die EU.

Unglaublich, aber wahr. Die Europäischen Bürger machen die Europäische Union aus.

So ist das gedacht. Sehen wir mal nach, ob das tatsächlich so ist: Die drei wesentlichen Entscheidungsträger in der Europäischen Union sind erstens das Europäische Parlament mit seinen 751 Parlamentariern aus allen Ländern der EU, zweitens der Rat der EU (auch bekannt als „Ministerrat“) und drittens die Europäische Kommission.

Wir Europäischen Bürger wählen in unseren Heimatstaaten die Mitglieder des Europäischen Parlaments, kurz: MEPs. Diese MEPs stimmen über die Gesetzesentwürfe für die gesamte EU ab. Sie tun dies in Zusammenarbeit mit dem Ministerrat, wobei die Entwürfe von der Europäischen Kommission kommen. Diese wiederum entnimmt die Themen, die sie zu Gesetzesentwürfen ausarbeitet, aus den Vorgaben der europäischen Verträge (Vertrag von Lissabon), aus Bürgerpetitionen (über den Umweg des Europäischen Parlaments), aus Bürgerinitiativen (die direkt bei der Europäischen Kommission landen) und aus den strategischen Vorgaben des Europäischen Rats (Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten). Die von uns gewählten MEPs und von unseren Regierungen gestellten Minister sind übrigens für die Bestellung der Mitglieder der Europäischen Kommission verantwortlich. Die Minister der Mitgliedsstaaten sind es auch, die gemeinsam mit den MEPs über Europäische Gesetzesvorhaben entscheiden, also zustimmen, ablehnen oder Änderungen vorschlagen.